RPG-Blog-O-Quest #012 – Geld

Der September wird zum Monat des Content-on-Demands ausgerufen: Nach dem Karneval der Rollenspielblogs zum Thema Spannung im Rollenspiel und dem Blogstöckchen mache ich nun auch beim RPG-Blog-O-Quest mit. Das diesmonatige Thema: Geld. Zum Thema (IT) Geld im Rollenspiel hab ich unlängst erst geschrieben, doch heute soll es um reales Geld gehen: echte Euros und das Rollenspielbudget. Vielen Dank an Greifenklaue für die Organisation!

1. Wie groß ist Dein durchschnittliches monatliches Rollenspielbudget?

Ein Budget, im Sinne eines fixen Betrages, den ich mir selbst erlaube, auszugeben, habe ich nicht. Ich kaufe mir im Schnitt ein neues Rollenspiel im Monat. Dazu kommen Neuerscheinungen von Rollenspielen, die ich schon besitze. Insgesamt werde ich wohl so zwischen 50 und 100 Euro im Monat ausgeben. Mit einigen Ausreißern nach oben 😉

Mein Gaming-Budget allgemein ist noch etwas höher, weil auch regelmäßig Brett- und Videospiele hinzukommen. Videospiele kaufe ich so drei bis vier im Jahr und das beinhaltet Add-Ons. Brettspiele habe ich eine Zeit lang auch jedes Monat eines gekauft, mittlerweile reicht aber der Platz dafür nicht mehr und ich habe mich auf das Nötigste eingeschränkt. 2016 waren es bis jetzt zwei Spiele und eine Erweiterung. 2015 kann man Dank eines Besuchs in Essen eher als exzessiv bezeichnen.

2. Wieviel gibst Du typischerweise für eine Sitzung aus und wo ist Deine Schmerzgrenze?

Meine beiden fixen Runden finden Wochentags am Abend statt. Die meisten kommen direkt von der Arbeit und wir essen erst Mal gemeinsam. Das befriedigt nicht nur das Bedürfnis nach Nahrung sondern gibt uns auch Zeit, den ganzen OT Kram zu besprechen. Dazu noch was zu Trinken kommt das schon auf 10-15 Euro. Nachdem wir den gemeinsamen Abend damit beginnen, ein Wiener Schnitzel oder ein Chicken Korma einzuwerfen, ist der Bedarf an Snacks nicht allzu groß. Gelegentlich nimmt wer was mit, aber die klassischen Knabberzeug-Orgien wie sie für das Pen & Paper Rollenspiel klischeehaft sind, kommen bei uns kaum vor.

Anfahrtskosten habe ich keine, da beide Runden üblicherweise in Wien stattfinden und ich für meine Heimatstadt eine Jahreskarte besitze, die mir noch dazu von meinem Arbeitgeber bezahlt wird. Ich hatte aber früher auch fixe Runden außerhalb von Wien, da sind dann schon € 8,80 für Hin- und Rückfahrt mit dem Zug angefallen.

3. Für welche Art von RPG-Gimmicks würdest Du Geld ausgeben?

Wie wohl fast jeder Rollenspieler kaufe ich mir ab und zu neue Würfel. Ansonsten kaufe ich mir aber eher kaum irgendwelche Gimmicks. Zumindest nicht im Laden. Bei Kickstarter-Projekten lasse ich mich schon hinreißen, ein bisschen mehr zu bezahlen und dafür ein paar Goodies abzugreifen. Bei Shadowrun Returns konnte ich Dog-Tag-USB-Stick, Doc Wagon Karte und T-Shirts nicht widerstehen.

Für wirklich Nützliches gebe ich hingegen gerne Geld aus. Zum Beispiel habe ich mir für Shadowrun 5 und Pathfinder die Pakete für HeroLab gegönnt.  Oder die Spellcards für meinen DnD 5 Cleric. Nicht unbedingt nützlich aber sehr gut angekommen ist mein Werbefolder für den Weltraumforschungsdienst, den ich drucken hab lassen, um meine Space-Alert Kampagne zu teasern. Der Druck von 25 Stück hat mich beim Skriptenservice einer Universität 35€ plus Versand gekostet.

4. Bei DSA oder Earthdawn gab es zuletzt drei unterschiedliche Ausgaben: die saugünstigen Sparausgaben mit wenig Illus, die Normalausgabe und die teurere Sammlerausgabe, z.B. in {Pseudo}-Schlangenleder für Earthdawn. Welche Art Ausgabe bevorzugst Du für Dein Lieblingssystem, welche für ein System, welches Du mal eben ausprobieren möchtest? Und wo wir gerade dabei sind: Numenera hat es vorgemacht … Box oder Hardcover? Oder ganz anders?

Also ganz klar: Boxen. Das liegt vielleicht daran, dass mein erstes Rollenspielprodukt eine Box war (natürlich DSA; Mantel, Schwert und Zauberstab). Eine gut gemachte Box kann echt einen Mehrwert bieten: Schöne Landkarten in Posterformat (wobei die Weltkarte in die Aborea-Box in A0 auch etwas übertrieben und vor allem unhandlich ist), Vorgefertigte Charaktere, Würfel, Abenteuer, Spielleiterschirm, NSCs, Floorplans… Gerade für den Spieleinstieg sind solche Boxen großartig. Aber auch für alte Hasen gibt es interessante Boxen: zum Beispiel die neue Seattle-Box von Shadowrun.

Bei dicken Regelbüchern ist aber die Box nicht unbedingt die ideale Form. Welche Ausgabe ich mir dann kaufe ist sehr unterschiedlich. Man kann mich schon mit einer hübsch aufgemachten Sammleredition ködern. Dummerweise ist mir die dann für den täglichen Gebrauch zu Schade und ich kauf mir zumindest das .PDF auch noch. Das Shadowrun 5 Regelbuch hab ich zum Beispiel drei Mal gekauft: einmal die englische Limited, das .PDF und weils so günstig und handlich ist noch die deutsche Softcover.

5. Spendenaktionen im Rollenspiel, egal ob die Ulisses-Charity auf der Ratcon, das Bundle of Holding oder Spendenbundle bei DriveThru / RPG Now – wie stehst Du dazu?

Um ehrlich zu sein, habe ich von all diesen Aktionen noch nichts mitbekommen. Und zumindest auf DriveThru kaufe ich eigentlich regelmäßig. Bundle of Holding habe ich mir das aktuelle Angebot Mal angesehen: ich finde das Konzept sehr gut. Ich ärgere mich oft, dass .PDF Versionen von Büchern meist viel zu teuer sind. Bundle of Holding bietet aktuell das Iron Kingdoms Grundregelbuch, ein Monsterheft und ein Quellenbuch um 15 $, für 30 $ bekomme ich sogar noch weitere fünf Bücher. Das ist ein attraktives Angebot UND 10% gehen an einen guten Zweck. Was will man mehr? Insofern ein schönes Konzept.

Ich selbst habe für mich entschieden, ca. 10% der Summe, die ich für Gaming ausgebe zu spenden. Im Moment passiert das eher überschlagsmäßig, weil ich keine Buchhaltung über meine Gaming-Käufe führe. Mir ist das aber wichtiger als jede Aktion eines Händlers oder eines Verlags.  Wenn ein Händler auf einen Teil seiner Spanne von meinem Umsatz verzichtet, ist das seine Entscheidung. Ich hätte den Kauf wohl auch ohne diese Aktion getätigt. Ich will aber ganz bewusst und aus eigenem Antrieb etwas tun. Und als Dankeschön an die Welt, dass es mir so gut geht, dass ich meinem Hobby frönen kann, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich mir morgen etwas zu Essen leisten kann, sollen auch jene, die es nicht so gut haben, von meinen Hobby-Investitionen profitieren.

Bonusfrage: Welches ist Dein größter Rollenspielschatz, egal, ob Buch, Box oder ultraseltener Würfel etc.?

Diese Frage kann man aus mehreren Perspektiven beantworten. Das in der Anschaffung teuerste Stück in meiner Sammlung ist wohl die Limited Edition von Degenesis Rebirth. Die macht im Regal echt was her und auch das Innenleben der Bücher ist ein optischer Leckerbissen. Betrachtet man komplette Systeme, ist meine Shadowrun Sammlung, die ich in vier Editionen einigermaßen komplett habe, sicher ganz vorne. Auf Platz zwei landet vermutlich Warhammer Fantasy RPG 3rd, das ich ebenfalls komplett habe.

Denke ich an den Verkaufswert meiner Sammlung, habe ich keine Ahnung, ob da irgendwas besonders viel Wert ist. Ich habe derzeit nicht die Absicht, mich von irgendwelchen Rollenspielsachen zu trennen, daher verfolge ich auch nicht, was das Zeugs auf eBay wert ist. Gut möglich, dass ein paar Antiquitäten bei Sammlern sehr begehrt sind.

Das nützlichste Ding in meiner Schatzkiste ist wohl mein Fate Core Regelbuch. Sowohl die Regeln als auch die immer wieder kehrende Beispielrunde haben mein Rollenspiel stark beeinflusst und ich würde auch sagen: verbessert. Fate Core ist auch ein bisschen mein Schweizer Taschenmesser. Wenn wir Mal irgendwelche obskuren Settings anspielen, zu denen es kein oder nur ein sehr schlechtes Regelwerk gibt, landen wir sehr oft bei Fate.

Emotional sind meine größten Schätze eine DSA 2 Box, Der Straßensamurai-Katalog von Shadowrun 2nd und ein Werewolf 2nd Regelbuch mit Klauenspuren im Hardcover. Alle drei stellten wichtige Stationen in meinem Rollenspiel-Leben dar und sind auch nicht so leicht wiederbeschaffbar. Und jedes davon hat seine ganz eigene Coolness, die es von vielen anderen Produkten abhebt.

Welches ist aber nun das eine Produkt, das ich aus dem brennenden Haus rette? Vermutlich die Basisbox von Warhammer Fantasy RPG 3. Es ist jenes Produkt, das am wenigsten mit einem .PDF kompensiert werden könnte, da der Inhalt nur zu einem kleinen Teil aus Büchern besteht. Der Rest sind Skillkarten, Marker, Figuren, Würfel und noch einiges mehr. Die Wiederbeschaffung wird auch von Tag zu Tag schwieriger. Fantasy Flight Games hat die Linie schon länger eingestellt und mit dem Entzug der Lizenz wird es auch nicht einfacher. Und das billigste Stück in meiner Sammlung war es jetzt auch nicht unbedingt.

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